Schottland-Tour

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Schottland - Tour

30.06.11 bis 10.07.11


...written by Meikel

Nachdem ich vor 6 Jahren schon einmal mit einem großen VAN in Schottland herumgefahren bin, habe ich mich in dieses schöne Land und seine Menschen verliebt und schon dort den Entschluß gefasst: hier her komme ich wieder, aber mit meiner Harley.

Als ich an unserem Stammtisch davon erzählte, waren Benny, Danny und Michael sofort bereit mitzufahren. 4 Mann, optimal.

Also begann die Vorbereitung: Kartenmaterial, Internet und Erfahrungsberichte von andern Bikern studiert. Am 30. Juni war es dann soweit. Moped geputzt, vollgetankt, alles Notwendige aufgepackt (bei einem war es mehr, beim anderen weniger), trafen wir uns bei Danny. Um 14:00 Uhr Abfahrt, über Teningen gings auf die A5 bis Marlberg, wo noch Michael auf uns wartete. Zunächst möchte ich uns kurz vorstellen: Benny Wiehl, üFü mit Harley Custom Bike (selbst gebaut), Danny Hornbacher, uFü mit Fatboy, Michael Niesner, üFü mit seiner Road King und meiner einer, Meikel Medler, weit über üFü mit meiner XL 1200 Sportster.


1.Tag Fahrt ins Saarland (ca.230 km, Sonne)

Da wir Kilometer „machen“ mußten, war es beschlossene Sache, bis Belgien die Highways zu benutzen. Über Straßburg, Sarreguemines und beim unfreundlichen Harleydealer in Saarbrücken vorbei zu unserem ersten Ziel bei Danny's Dad. Kaltes Bier und der Grill standen bereit und es wurde ein gemütlicher Abend in Vorfreude auf die weitere Tour.2.Tag Fahrt nach Zeebrügge (ca.400 km,bewölkt,kurzer Regenschauer)über Luxemburg nach Belgien, an Brüssel vorbei und mit einem Regenschauer nach Zeebrügge, wo um 17:00 Uhr die Fähre von P&O auf uns wartete. An  der Passkontrolle fing Michaels Alarmanlage an verrückt zu spielen und der Bock wollte nicht mehr anspringen. Schließlich schaften wir es zum Tor vor der Fähre. Wir sahen uns schon die Harley auf die Fähre schieben, aber nach gefühltem 20maligem Batteriewechsel und einer Pause für die Elektronik sprang sie rechtzeitig an, um auf die Fähre zu fahren. Nun galt es die Motorräder sicher zu verzurren, was uns auch mit gegenseitiger Hilfe gut gelang. Ja sind wir denn auf einem U-Boot gelandet. 4 Mann Kabüse, ca. 6 m²! Incl. WC und Dusche.

Na ja, es hört sich schlimmer an als es war. Duschen, umziehen, frischmachen und ab zum Dinnerbüffet. Das Büffet war reichlich und abwechslungsreich und gab uns einen Vorgeschmack auf das was uns auf der Insel erwarten könnte. Nach dem Frühstück gings runter zu den Bikes. Keine war umgefallen und es war noch alles dran. Losbinden, aufsatteln und dann kam schon das Komando zum Ausfahren aus der Fähre.

3.Tag Ankunft in Hull und weiter Richtung Glasgow (ca.315 km Schiffsreise, ca. 300km,Sonne)Michaels Maschine sprang übrigens sofort an, trotzdem kamen wir zu dem Entschluß, einen HD Dealer aufzusuchen. Der nächste war in Leeds, ca. 80 km weiter und in etwa in unserer geplanten Richtung nach Glasgow. Also auf nach Leeds, aber bitte links fahren! Nach den ersten paar Kreisverkehren oder Roundabouts, wie diese hier heißen, wurde der Linksverkehr recht einfach. Man muß halt aufpassen und vor dem Roundabout rechts blinken und bei der Ausfahrt links blinken. Die Autofahrer hier auf der Insel waren aber auf unserer gesammten Fahrt sehr rücksichtsvoll gegenüber uns Bikern! Bei HD-Leeds haben wir uns nach einem freundlichen Empfang in die Shirtabteilung gestürzt. Die Leute bei dem Händler waren echt nett und haben uns dann ein Lokal, das „Fridays“, in der Nähe empfohlen. Die paar Schritte dorthin haben uns gut getan und das Essen dort in der Jack Daniels Ecke war super.









Da uns der Händler Umweg und Zeit gekostet hatte, konnten wir Glasgow ohne einen Höllenritt nicht mehr erreichen. Darum entschlossen wir uns nur bis Gretna Green zu fahren. Hauptsache, wir erreichen das erste Ziel: Schottland. In Gretna Green galt es nun unser erstes Bed & Beakfeast zu finden. Bis wir uns versahen, waren wir schon durch das Dörfchen gefahren. Direkt neben einer mittelalterlichen Kirche und dem dazugehörigen Friedhof stand ein schönes altes 3 geschossiges Haus. Der Preis war 30 Pfund pro Nase incl. Breakfeast.Wir konnten die Bikes gut im Hof parken und brachten unsere Sachen in die nicht sehr großen aber sauberen Zimmer. WC über'm Flur, Frühstücksraum in der Küche, alles so wie es sein sollte. Duschen und dann Hunger.Wir fanden Steaks und auch Schottische Gerichte zu einem moderaten Preis. Ein Bier dazu und wir waren wieder hergestellt. Anschließend wechselten wir vom Restaurant zur Bar und nahmen Kontakt mit den Einheimischen bzw. Schotten auf. Eigentlich diese mehr mit uns. Ein junger Mann, Luke hies er, begrüßte uns auf na ja eigenartigem aber verständlichem Deutsch und bestellte erst mal eine Runde Whiskey für uns.

4.Tag über Glasgow zum Loch Lomond (ca.300 km,Sonne) Unser erstes schottisches Frühstück war besser als erwartet. Eier, Bacon, Würstchen, Toast und Gelee, alle wurden satt.Glasgow war mit Pause und Tanken in ca. 2 Std. erreicht.Lokale gab es dort genug, das Problem waren die Parkplätze. Endlich wurden wir fündig, gegenüber einem Italiener, wo wir außen sitzen konnten. Pizza und Lasagne und dazu Corona im Sektkübel mit Eis, echt schottisch halt! Zwischendurch hörten wir ein lautes Dröhnen, konnte nur 'ne Harley sein. Und was für eine, Ape und 1600CI Motor und einen Airbrush vom Feinsten. Klasse Typ, bewunderte erst selbst unsere Bikes und blieb dann für einen kleinen Plausch noch stehen. Von der netten italienischen Bedienung verabschiedet und auf die Bikes. Ich kam nicht weit, mein Bremscheibenschloß war noch dran und warf mich um. Nichts weiter passiert, nur die Fußraste wollte in Glasgow bleiben. Bin halt ohne weitergefahren, hatte ja noch die Highwaypads dran. Ein erster Stop am Loch Lomond, Zigarettenpause und Bilder machen und weiter nach Arrochar.Dort hielten wir mitten im Ort an einem Lokal mit Straßencafe. Rein, fragen, Zimmer anschauen und Preis (30 Pfund) OK und erstes Bier bestellen war eine Sache von 5 Minuten.

Dinner mit Fisch und Beer, Fjordblick in der Sonne, unbezahlbar und wunderschön.

Nachher der obligatorische Umtrunk, Billard spielen und mit den „Eingeborenen“ plauschen! Um 23:00 Uhr ins Bett, nur weil die zumachen wie alle in GB, geht gar nicht. Also noch ein paar Dosen TENANT Lagerbier und ab auf die Terrasse und den Abend ausklingen lassen!

5.Tag Richtung Loch Ness (ca.200 km,leicht bewölkt)Wenn man sich mit dem Handy wecken will, sollte Mann die Zeitumstellung beachten. Na ja, so waren wir alle rechtzeitig zum Frühstück. Diesmal probierten wir noch den berüchtigten „Blackpudding“. Dies ist nichts anderes als eine ziemlich hart ausgebratene dicke Scheibe Blutwurst. Geschmacksache!



Auf jeden Fall ging es nun über die ersten Highlands Richtung Westküste nach Oban und Fort Williams. Unser erster Halt war in einem kleinen hübschen Fischerstädchen Namens Inveraray. Vor Oban trafen wir in einem Pub unsren ersten Mann im Schottenrock. War leider kein Schotte sondern Südafrikaner. Der nächste größere Halt brachte uns nach Fort Williams. Schöne alte Seefahrer Stadt mit Fußgängerzone und guten Lokalen. Dort bekam ich endlich meine ersehnten Fisch und Chips und Michael auf dem Weg zum Loch Ness sein gewünschtes (Geister) Schloß. Ein Hinweisschild führte uns Abseits der Straße zu dem alten schottischen Glengarry Castle (Schloß) Hotel mit einer davor liegenden Burgruine. Ein schöner gepflegter Park und viel Wald umgab das Schloß, dass an einem Fjordarm lag.In dem Schloß war alles so wie man es sich vorstellt. Himmelbetten, Butler, Silberbestecke, weiße Tischdecken, Kerzen, Bibliothek, Kamin, nur kein Gespenst. Das Ganze noch zu moderaten Preisen.



6. Tag über Loch Ness in die Highlands und über den Whiskeytrail (ca.250 km,bewölkt und Niesel)

Ausgeschlafen und nach einem guten Frühstück wurde aufgerödelt und nach einer halben Stunde waren wir schon am Loch Ness. Hätten wir Nessi fotografieren können, wären wir wahrscheinlich noch nicht zu Hause! Ein Besuch in Urquheart Castle ist ein Muß. Den ersten Dudelsackbläser haben wir Live erlebt und die alten Gemäuer waren auch interessant.Dann ging es über Inverness, die drittgrößte Stadt Schottlands, in die Berge. Und das war die geilste und höchste Strecke auf unserer ganzen Tour. Schottland besteht sowieso nur aus Kurven, aber hier gehen sie noch hoch und runter mit 20 % Gefälle. Supergriffige Straßen, phantastische Aussichten und in über 1200 m Höhe auch „Arschkalt“!

An Skiliften und Schafherden vorbei, über Katzenbuckelbrücken auf Singletrackroads, Nieselregen und Sturmböen von allen Seiten, rennende Schafe auf der Straße, Toter Hirsch am Straßenrand, tote Hasen und Fasane, also eine echte Herausvorderung.Dann noch in Tomintoul das Whiskey Center.Wir mußten uns schweren Herzens sehr zurückhalten und haben nur die Zunge befeuchtet von 2 oder 3 Sorten.Nach einem Espresso fuhren wir weiter bis nach Braemar.„Oh my God, four Bikers“ waren die Worte der B&B Lady, als sie uns erblickte. Selbst leider nur ein Zimmer frei konnte sie uns ein gutes kleines B&B Hotel, das Moorfield House empfehlen.Zum Dinner gab es den besten schottischen Lachs, der je über unseren Gaumen gerutscht ist. Da auf Grund des beschissenen Wetters unser Weg zur Whiskeydestille nach Edradour ausfallen mußte, machten wir die Probe gleich vor Ort. 4 verschiedene  Sorten wurden bestellt und der Wirt Ian stellte uns gleich noch 2 andere dazu, ein paar Nessi Beer und der Abend war gerettet.

7. Tag nach Edinbourgh (ca.180 kmSonne,Regen)

Blackpudding war beim Breakfeast wieder dabei, aber der war nicht schuld, dass wir im Regen losfahren mußten und von dem kleinen Städtchen Braemar nichts mehr sahen. Wir mußten „Meilen machen“, denn unser Zeitplan war wegen der Fähre sehr eng gesteckt.

Kurz vor Edinbourgh hörte es auf zu Regnen, so konnten wir in der Stadt vor einem Burgerladen, unsere Regenklamotten wieder ausziehen. An den Burgern haben wir uns sowas von satt gegessen.

2 for 1 und das Ganze für 4,10 Pfund mit kleinem Eimer gewürzter knuspriger Pommes!

So gestärkt, ließen wir uns von einem Taxi zum HD Dealer geleiten.

Eine große Auswahl an Shirts und anderem hat nicht nur unseren Danny begeistert .Weiter zur Travellodge, nicht zu empfehlen, frisch gemacht und ab ging es mit dem Cab in die Altstadt und nach einer kurzen Stadtbesichtigung auf die Suche nach dem schönen alten Pub „Lands End“.Musik aus dem Pub gegenüber. Also austrinken und rüber. Dort bekamen wir noch schöne schottische Folklore geboten. Um 24uhr wurde wie üblich „TabToo“ (Bierhahn zu) gerufen. Blieb uns nur noch ein Absacker in der Hotelbar und dann ins Bett Dort wurden wir herzlich begrüßt. Michaels Problem mit seiner Elektronik war in 2 Minuten behoben und.

8. Tag nach York (ca.250 km,Sonne,kurze Schauer) im Sonnenschein Richtung Ostküste. Ein kurzer Fotostopin dem mittelalterlichen Städtchen Berwik upon Tweed.Die Regenwolken holten uns dann doch ein. Also wieder mal Regensachen anziehen und weiter bis Alnwick. Dort hatten wir einen guten Lunch in einem Gartencenter und diesmal war es Danny, der das Schloß an der Bremmsscheibe vergaß. Folge, ein kleiner Achter in der Hinterradscheibe. In York fanden wir die„the old gray mare“ , Pub mit B&B. Nach einem Bier, Duschen und umziehen gingen wir in die Stadt. Wir waren überrascht von dem großen Münster und den schönen, kleinen und verwinkelten Gassen und vielen kleinen Lokalen. Nach Pizza und Pasta und für mich mal wieder Fisch und Chips fanden wir einen großen Pub mit Livemusik, Studenten und Yorker Jugend und gesprächiger Brauereibesitzerin. Zu der üblichen Tabtoo Zeit fragte uns eine der Jungen, ob wir nicht auch noch Durst hätten. War die richtige Frage, oder? So folgten wir der Clique ins nächste Pub. Irgendwann war es dann genug und ein Taxi brachte uns zurück.

9. Tag letzte Etappe auf der Insel, zurück nach Hull (ca.200km,bewölkt,kurze Schauer)

gemütlich über Land nach Hull fahren. Erst beim hervorragenden Lunch mit gemischter Grillplatte für 7,95  in dem „The William Wilberforce“ Restaurant, fing es wieder kräftig an zu pissen. Einen berittenen englischen Bobby schien das aber nicht im geringsten zu stören. Der war es aber bestimmt nicht, der uns zum Abschluß unserer schönen Inselfahrt noch einen Parkknollen an die Mopeds geklebt hat.Nun hieß es langsam Abschied nehmen von Hull und der Insel und wir fuhren zur Fähre.

Das übliche procedere, Passkontrolle, warten auf Fähre einfahren, Motorräder festbinden, in die berüchtigte U-Bootkabine, umziehen usw...Die Abfahrt der Fähre, es war dieselbe wie auf dem Hinweg, verzögerte sich wegen der Flut um ca. 2 Stunden. Das hieß für uns am nächsten Tag Gas geben, wollten wir doch auf jeden Fall wieder in Germany übernachten.

Den letzten Abend auf See ließen wir es uns nochmal gut gehen mit Band und Beer und auch noch einem letzten Whiskey.

10. Tag Rückfahrt ins Saarland, Ziel unbekannt (ca.400 km,Sonne,Schauer, ab Luxembg.Sonne)

Bei der Ankuft war der Himmel grau, es regnete, aber nach der Passkontrolle Sonne,es lagen über 400 km vor uns.In der Nähe von Merzig fand Benny ein kleines Landhotel. Den letzten Abend feierten wir mit unserer mitgebrachten Flasche single Malt aus Schottland.

11. Tag  Heimkehr (ca.250 km,Sonne und ab Frankreich Regen)

11:00 Uhr Abflug auf den Highway über Frankreich, Straßbourg, Teningen nach EM.

Die letzten 80 km sind wir noch richtig nass geworden. Eine geile Fahrt von fast 3000 Kilometern war außer ein paar Magen/Darmproblemen, vergessener BS-Schlösser, nächtlicher Schnarcher und undichter Regensachen, ohne größere Verluste oder Unfälle glücklich zu Ende gegangen.

Danke Jungs

Meikel